{"id":2832,"date":"2026-08-28T09:06:13","date_gmt":"2026-08-28T09:06:13","guid":{"rendered":"https:\/\/enevkit.de\/?p=2832"},"modified":"2026-08-28T09:06:13","modified_gmt":"2026-08-28T09:06:13","slug":"energie-sparen-aufzugsschacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/enevkit.de\/en\/energie-sparen-aufzugsschacht\/","title":{"rendered":"Energie sparen im Aufzugsschacht: den unsichtbaren W\u00e4rmeverlust stoppen"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p dir=\"ltr\"><strong>Das Wichtigste in K\u00fcrze<\/strong><\/p>\n<ul dir=\"ltr\">\n<li>Der Aufzugsschacht ist eines der letzten gro\u00dfen, unbeachteten W\u00e4rmelecks im Geb\u00e4ude \u2013 verursacht durch die vorgeschriebene, dauerhaft offene \u00d6ffnung am Schachtkopf.<\/li>\n<li>Eine Messung an einem Hamburger Klinikum ergab an einem einzigen 25-m-Schacht \u00fcber 85.000 kWh Verlustenergie und mehr als 17 t CO\u2082 pro Jahr, bei einer durchschnittlichen Verlustleistung von 9,77 kW.<\/li>\n<li>Typisch sind Einsparungen von 3 bis 30 t CO\u2082 und 900 bis 9.000 EUR Betriebskosten pro Aufzugsschacht und Jahr \u2013 abh\u00e4ngig vor allem von der Schachth\u00f6he.<\/li>\n<li>Der Verlust l\u00e4sst sich stoppen, ohne den Brandschutz anzutasten: Ein motorisches NRWG h\u00e4lt die \u00d6ffnung im Normalbetrieb geschlossen. Nachr\u00fcstung in 3 bis 8 Stunden pro Schacht.<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n<p dir=\"ltr\">Wer ein Geb\u00e4ude energetisch verbessern will, denkt an D\u00e4mmung, Fenster und Heizungstechnik. Der Aufzugsschacht steht auf kaum einer Liste \u2013 obwohl er in vielen Geb\u00e4uden das gr\u00f6\u00dfte verbliebene Leck in der H\u00fclle ist. Der Grund: Sein Verlust ist unsichtbar, taucht in keiner Abrechnung als eigener Posten auf und gilt als unvermeidbar, weil er dem Brandschutz geschuldet ist. Dieser Beitrag zeigt, warum das nicht stimmt, wie gro\u00df der Verlust tats\u00e4chlich ist und mit welchen Schritten Sie ihn beenden.<\/p>\n<h2 dir=\"ltr\">Warum der Aufzugsschacht Energie verliert<\/h2>\n<p dir=\"ltr\">Jeder Aufzugsschacht muss am Schachtkopf eine \u00d6ffnung zur Rauchableitung besitzen \u2013 vorgeschrieben, damit im Brandfall Rauch und Hitze entweichen k\u00f6nnen. Klassisch steht diese <a href=\"\/en\/permanentoeffnung-aufzugsschacht-pflicht-energieverlust\/\">Permanent\u00f6ffnung<\/a> dauerhaft offen.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Damit wird der Schacht zu einem senkrechten Kanal, der oben offen ist. In einem beheizten Geb\u00e4ude entsteht so der <strong>Schornsteineffekt<\/strong>: Warme Luft aus Treppenhaus und Fluren steigt \u00fcber die gesamte Schachth\u00f6he nach oben und entweicht ins Freie, kalte Luft str\u00f6mt unten nach. Der Antrieb daf\u00fcr ist der Temperaturunterschied zwischen innen und au\u00dfen \u2013 je k\u00e4lter es drau\u00dfen ist und je h\u00f6her der Schacht, desto st\u00e4rker der Sog.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Entscheidend ist: Dieser Vorgang l\u00e4uft <strong>ununterbrochen<\/strong>. Nicht nur im Brandfall, f\u00fcr den die \u00d6ffnung gedacht ist, sondern jeden Tag, jede Nacht, das ganze Jahr.<\/p>\n<h2 dir=\"ltr\">Wie gro\u00df der Verlust tats\u00e4chlich ist<\/h2>\n<p dir=\"ltr\">Genau hier wird es interessant, denn die Gr\u00f6\u00dfenordnung \u00fcberrascht die meisten Betreiber. An einem Klinikum in Hamburg wurde der Effekt messtechnisch erfasst: An einem 25 m hohen Schacht mit einem Bettenaufzug und acht Haltestellen str\u00f6mten im Mittel rund <strong>2.968 m\u00b3\/h<\/strong> Luft durch die Permanent\u00f6ffnung ab. Daraus ergab sich eine durchschnittliche Verlustleistung von <strong>9,77 kW<\/strong> \u2013 und hochgerechnet auf das Jahr eine Verlustenergie von <strong>\u00fcber 85.000 kWh<\/strong> sowie ein CO\u2082-Aussto\u00df von <strong>mehr als 17 Tonnen<\/strong>.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Zur Einordnung: 85.000 kWh entsprechen etwa dem Heizw\u00e4rmebedarf mehrerer Einfamilienh\u00e4user \u2013 verursacht durch ein einziges Loch, an das niemand denkt.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Wie hoch der Verlust im Einzelfall ausf\u00e4llt, h\u00e4ngt vor allem von vier Faktoren ab:<\/p>\n<ul dir=\"ltr\">\n<li><strong>Shaft Height<\/strong> \u2013 der st\u00e4rkste Hebel, weil sie den Auftrieb bestimmt,<\/li>\n<li><strong>Gr\u00f6\u00dfe der \u00d6ffnung<\/strong> (mindestens 2,5 % der Fahrschachtgrundfl\u00e4che, mindestens 0,10 m\u00b2),<\/li>\n<li><strong>Temperaturdifferenz<\/strong> zwischen Geb\u00e4ude und Au\u00dfenluft,<\/li>\n<li><strong>Anzahl der Aufzugsanlagen<\/strong> im Objekt.<\/li>\n<\/ul>\n<p dir=\"ltr\">\u00dcber die Praxis hinweg liegen die m\u00f6glichen Einsparungen deshalb in einer Spanne: <strong>3 bis 30 t CO\u2082<\/strong> und <strong>900 bis 9.000 EUR<\/strong> Betriebskosten pro Aufzugsschacht und Jahr. In einem dokumentierten Beispielfall mit 120 m Schachth\u00f6he, 30 Haltestellen und drei Aufzugsanlagen waren sogar bis zu 111 t CO\u2082 und bis zu 49.000 EUR Heizkosten-Einsparung m\u00f6glich.<\/p>\n<h2 dir=\"ltr\">Der vermeintliche Zielkonflikt \u2013 und warum er keiner ist<\/h2>\n<p dir=\"ltr\">Der h\u00e4ufigste Einwand lautet: Die \u00d6ffnung ist Pflicht, also ist der Verlust hinzunehmen. Das war lange die g\u00e4ngige Lesart \u2013 sie trifft aber nicht zu.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Denn die Bauordnung schreibt keine <em>dauerhaft offene<\/em> \u00d6ffnung vor. Sie verlangt eine funktionierende Rauchableitung und erlaubt daf\u00fcr ausdr\u00fccklich verschlie\u00dfbare Abschl\u00fcsse, sofern diese im Brandfall selbstt\u00e4tig und zus\u00e4tzlich manuell ge\u00f6ffnet werden k\u00f6nnen. Mehr noch: \u00a7 39 der Musterbauordnung wurde inzwischen angepasst, damit an diesen \u00d6ffnungen auch die <strong>Luftdichtigkeit<\/strong> im Sinne des GEG erf\u00fcllt werden kann. Brandschutz und Energieeffizienz sind also ausdr\u00fccklich vereinbar \u2013 Details im \u00dcberblick der <a href=\"\/en\/aufzug-entrauchung-vorschriften-2026\/\">Vorschriften zur Aufzug-Entrauchung<\/a>.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Praktisch umgesetzt wird das \u00fcber ein motorisch bet\u00e4tigtes <a href=\"\/en\/nrwg-aufzugsschacht-funktion-pflicht\/\">NRWG<\/a> nach DIN EN 12101-2: geschlossen im Normalbetrieb, offen im Brand- oder L\u00fcftungsfall.<\/p>\n<h2 dir=\"ltr\">Wie das Energiesparen im Schacht funktioniert<\/h2>\n<p dir=\"ltr\">Das System <a href=\"\/en\/\">enev-kit<\/a> ersetzt die offene \u00d6ffnung durch ein gesteuertes NRWG. Die <strong>Control-Einheit<\/strong> wertet laufend CO\u2082, Temperatur und Luftfeuchtigkeit aus und \u00f6ffnet automatisch, wenn der CO\u2082-Wert 1.500 ppm \u00fcberschreitet, die Temperatur \u00fcber 35 \u00b0C steigt, eine definierte Luftfeuchtigkeit erreicht wird oder eine programmierte Sto\u00dfl\u00fcftung ansteht. Im Brandfall \u00f6ffnet das NRWG \u00fcber einen fail-safe-Federr\u00fccklauf \u2013 auch bei Stromausfall.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Der energetische Effekt entsteht in den vielen Stunden dazwischen, in denen weder gel\u00fcftet noch entraucht werden muss: Dann ist der Schacht dicht (Dichtheitsklasse nach EN 1751 Klasse 2), und der Schornsteineffekt kommt zum Erliegen. Wie sich L\u00fcftungs- und Sicherheitsfunktion dabei unterscheiden, erkl\u00e4rt der Beitrag <a href=\"\/en\/be-und-entlueftung-vs-entrauchung-aufzugsschacht\/\">Be- und Entl\u00fcftung vs. Entrauchung<\/a>.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Wie viel dabei herauskommt, h\u00e4ngt von der Variante ab: Mit <strong>enev-kit e1<\/strong> (bis 24 m Schachth\u00f6he) sind bis zu 35.000 kWh und 8 t CO\u2082 pro Jahr m\u00f6glich, mit <strong>enev-kit e5<\/strong> (bis 110 m) bis zu 150.000 kWh und 38 t CO\u2082. Welche Variante passt, zeigt der Vergleich <a href=\"\/en\/enev-kit-e1-vs-e5-vergleich\/\">enev-kit e1 vs. e5<\/a>.<\/p>\n<h2 dir=\"ltr\">Was das in der Praxis bedeutet<\/h2>\n<p dir=\"ltr\"><strong>F\u00fcr Eigent\u00fcmer und WEG<\/strong> ist der Effekt unmittelbar sp\u00fcrbar. Der Dauerzug nach oben endet, das Treppenhaus wird w\u00e4rmer, Zugluft und Str\u00f6mungsger\u00e4usche an den Schachtt\u00fcren verschwinden. Die eingesparte Heizenergie senkt die Nebenkosten \u2013 und weil die Ma\u00dfnahme an einem einzelnen Bauteil ansetzt, entfallen Baustelle und Belastung der Bewohner.<\/p>\n<p dir=\"ltr\"><strong>F\u00fcr Betreiber und Verwalter<\/strong> kommt die wirtschaftliche Seite dazu. Die Investition amortisiert sich \u00fcber die eingesparte Heizenergie, w\u00e4hrend gleichzeitig die CO\u2082-Bilanz des Objekts sinkt \u2013 ein Beitrag zu <a href=\"\/en\/esg-immobilie-co2-bestandsgebaeude-senken\/\">ESG-Kennzahlen und zur CO\u2082-Reduktion im Bestand<\/a>. Verglichen mit einer Fassadend\u00e4mmung ist der Aufwand gering: Geliefert wird ein steckbares Komplettbaukit, die Installation dauert je nach Schacht <strong>3 bis 8 Stunden<\/strong> und ist in der Regel innerhalb eines Tages abgeschlossen \u2013 im Neubau wie im Bestand.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Referenzobjekte zeigen die Gr\u00f6\u00dfenordnung: Im Gesundheitszentrum Medicum am KBO waren m\u00f6glich 72.539 kWh und 14,58 t CO\u2082 pro Jahr; weitere Referenzen sind das St. Franziskus Hospital M\u00fcnster und das Laborgeb\u00e4ude der Merck KGaA.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Wie gro\u00df der Hebel in Ihrem Objekt ist, h\u00e4ngt von Schachth\u00f6he, Haltestellen und Anlagenzahl ab. Ermitteln Sie Ihr individuelles Einsparpotenzial mit dem <strong>Calculate your savings<\/strong> oder fordern Sie eine <strong>unverbindliche Beratung<\/strong> an \u2013 wir rechnen Ihren Schacht konkret durch.<\/p>\n<h2 dir=\"ltr\">H\u00e4ufige Fragen zum Energieverlust im Aufzugsschacht<\/h2>\n<h3 dir=\"ltr\"><strong>Warum verliert ein Aufzugsschacht Energie?<\/strong><\/h3>\n<p dir=\"ltr\">Am Schachtkopf befindet sich eine vorgeschriebene \u00d6ffnung zur Rauchableitung, die klassisch dauerhaft offensteht. Durch den Schornsteineffekt steigt warme Luft im Schacht nach oben und entweicht ins Freie, kalte Luft str\u00f6mt nach. Das l\u00e4uft ununterbrochen, solange geheizt wird.<\/p>\n<h3 dir=\"ltr\"><strong>Wie viel Energie geht \u00fcber den Aufzugsschacht verloren?<\/strong><\/h3>\n<p dir=\"ltr\">Das h\u00e4ngt vor allem von der Schachth\u00f6he, der \u00d6ffnungsgr\u00f6\u00dfe und der Temperaturdifferenz ab. Eine Messung an einem Hamburger Klinikum ergab an einem 25-m-Schacht \u00fcber 85.000 kWh und mehr als 17 t CO\u2082 pro Jahr. Typisch sind Einsparpotenziale von 3 bis 30 t CO\u2082 und 900 bis 9.000 EUR pro Schacht und Jahr.<\/p>\n<h3 dir=\"ltr\"><strong>Darf man die \u00d6ffnung \u00fcberhaupt schlie\u00dfen?<\/strong><\/h3>\n<p dir=\"ltr\">Ja \u2013 in Form eines verschlie\u00dfbaren Abschlusses. Die Bauordnung erlaubt Abschl\u00fcsse, sofern sie im Brandfall selbstt\u00e4tig und zus\u00e4tzlich manuell ge\u00f6ffnet werden k\u00f6nnen. Ein motorisches NRWG nach DIN EN 12101-2 erf\u00fcllt diese Vorgabe, h\u00e4lt die \u00d6ffnung im Normalbetrieb aber dicht.<\/p>\n<h3 dir=\"ltr\"><strong>Wie schnell rechnet sich die Ma\u00dfnahme?<\/strong><\/h3>\n<p dir=\"ltr\">Das ergibt sich aus dem individuellen Verlust und den Energiekosten. Da der Aufwand gering ist \u2013 Nachr\u00fcstung in 3 bis 8 Stunden pro Schacht, ohne Umbau der Geb\u00e4udeh\u00fclle \u2013 f\u00e4llt die Amortisation deutlich g\u00fcnstiger aus als bei klassischen Sanierungsma\u00dfnahmen. Das konkrete Ergebnis l\u00e4sst sich mit dem Amortisationsrechner ermitteln.<\/p>\n<h3 dir=\"ltr\"><strong>Lohnt sich das auch bei kleineren Geb\u00e4uden?<\/strong><\/h3>\n<p dir=\"ltr\">In der Regel ja, wenn ein Aufzug vorhanden ist. Der Verlust skaliert mit der Schachth\u00f6he, entsteht aber auch bei niedrigeren Sch\u00e4chten dauerhaft. F\u00fcr Geb\u00e4ude bis 24 m Schachth\u00f6he ist die Basisvariante enev-kit e1 die wirtschaftliche L\u00f6sung.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Wichtigste in K\u00fcrze Der Aufzugsschacht ist eines der letzten gro\u00dfen, unbeachteten W\u00e4rmelecks im Geb\u00e4ude \u2013 verursacht durch die vorgeschriebene, dauerhaft offene \u00d6ffnung am Schachtkopf. Eine Messung an einem Hamburger Klinikum ergab an einem einzigen 25-m-Schacht \u00fcber 85.000 kWh Verlustenergie und mehr als 17 t CO\u2082 pro Jahr, bei einer durchschnittlichen Verlustleistung von 9,77 kW. 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