{"id":2871,"date":"2026-09-15T09:58:18","date_gmt":"2026-09-15T07:58:18","guid":{"rendered":"https:\/\/enevkit.de\/?p=2871"},"modified":"2026-09-15T09:58:18","modified_gmt":"2026-09-15T07:58:18","slug":"geg-gmodg-aufzugsschacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/enevkit.de\/en\/geg-gmodg-aufzugsschacht\/","title":{"rendered":"GEG und der Aufzugsschacht: was das neue Geb\u00e4udemodernisierungsgesetz fordert"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p dir=\"ltr\"><strong>Das Wichtigste in K\u00fcrze<\/strong><\/p>\n<ul dir=\"ltr\">\n<li>Seit dem 29. Juli 2026 gilt das <strong>Geb\u00e4udemodernisierungsgesetz (GModG)<\/strong>. Es schafft das Geb\u00e4udeenergiegesetz nicht ab, sondern benennt es um und reformiert es umfassend.<\/li>\n<li>Entfallen sind unter anderem die Heizungstauschpflicht und die 65-Prozent-Vorgabe f\u00fcr erneuerbare Energien. Die energetischen Anforderungen an Geb\u00e4ude bleiben bestehen.<\/li>\n<li>Zur Energieeffizienz geh\u00f6rt die Luftdichtheit der Geb\u00e4udeh\u00fclle \u2013 und genau hier ist der Aufzugsschacht in vielen Geb\u00e4uden das gr\u00f6\u00dfte verbliebene Leck.<\/li>\n<li>Die \u00d6ffnung am Schachtkopf l\u00e4sst sich dicht ausf\u00fchren, ohne den Brandschutz anzutasten: \u00a7 39 der Musterbauordnung wurde ausdr\u00fccklich daf\u00fcr angepasst.<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n<p dir=\"ltr\">Das Energiesparrecht f\u00fcr Geb\u00e4ude hat 2026 einen neuen Namen bekommen \u2013 und mit ihm einige sp\u00fcrbare \u00c4nderungen. F\u00fcr Eigent\u00fcmer und Betreiber stellt sich die Frage, was jetzt tats\u00e4chlich gilt und welche Ma\u00dfnahmen im Bestand noch sinnvoll sind. Dieser Beitrag ordnet die Rechtslage ein und zeigt, warum ausgerechnet der Aufzugsschacht dabei eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielt, als die meisten Energiekonzepte vermuten lassen.<\/p>\n<h2 dir=\"ltr\">Aus dem GEG wird das GModG<\/h2>\n<p dir=\"ltr\">Am 28. Juli 2026 wurde das <strong>Geb\u00e4udemodernisierungsgesetz (GModG)<\/strong> im Bundesgesetzblatt verk\u00fcndet; in Kraft ist es seit dem <strong>29. Juli 2026<\/strong>. Juristisch bemerkenswert ist die Konstruktion: Das GModG schafft das bisherige Geb\u00e4udeenergiegesetz nicht ab, sondern <strong>benennt es um und reformiert es umfassend<\/strong>. Das vertraute Regelwerk l\u00e4uft also unter neuem Namen weiter \u2013 wer bisher vom GEG sprach, meint inhaltlich dieselbe Materie.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Die wichtigsten \u00c4nderungen f\u00fcr die Praxis:<\/p>\n<ul dir=\"ltr\">\n<li>Die <strong>Heizungstauschpflicht<\/strong> und die Vorgabe, dass neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden m\u00fcssen, sind entfallen. \u00d6l- und Gasheizungen bleiben grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich.<\/li>\n<li>Das Gesetz setzt die Vorgaben der europ\u00e4ischen Geb\u00e4uderichtlinie um und h\u00e4lt am Ziel eines <strong>klimaneutralen Geb\u00e4udebestands bis 2045<\/strong> fest.<\/li>\n<li>Das Inkrafttreten ist gestaffelt: Teile der Regelungen greifen erst zum 1. Januar 2027, 2028 beziehungsweise 2030.<\/li>\n<\/ul>\n<p dir=\"ltr\">Wichtig f\u00fcr die Einordnung: Der Wegfall der Heizungsvorgaben bedeutet nicht, dass energetische Anforderungen entfallen w\u00e4ren. Sie verlagern sich st\u00e4rker auf die Frage, wie effizient ein Geb\u00e4ude Energie nutzt \u2013 und wie wenig davon ungenutzt verloren geht.<\/p>\n<h2 dir=\"ltr\">Was das Gesetz vom Bestand verlangt<\/h2>\n<p dir=\"ltr\">F\u00fcr Bestandsgeb\u00e4ude gilt weiterhin: Wer umfassend saniert, muss bestimmte Anforderungen an die energetische Qualit\u00e4t einhalten. Dazu z\u00e4hlt neben dem W\u00e4rmeschutz der Bauteile auch die <strong>Luftdichtheit der Geb\u00e4udeh\u00fclle<\/strong>. Der Gedanke dahinter ist einfach \u2013 eine noch so gute D\u00e4mmung n\u00fctzt wenig, wenn warme Luft an anderer Stelle ungehindert nach au\u00dfen str\u00f6mt.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Genau an diesem Punkt lohnt der Blick auf eine Stelle, die in Energiekonzepten fast nie auftaucht.<\/p>\n<h2 dir=\"ltr\">Der Aufzugsschacht: das \u00fcbersehene Leck<\/h2>\n<p dir=\"ltr\">Jeder Aufzugsschacht besitzt am Schachtkopf eine bauordnungsrechtlich vorgeschriebene \u00d6ffnung zur Rauchableitung. Klassisch steht diese <a href=\"\/en\/permanentoeffnung-aufzugsschacht-pflicht-energieverlust\/\">Permanent\u00f6ffnung<\/a> dauerhaft offen \u2013 und wirkt damit wie ein permanent ge\u00f6ffnetes Fenster an der h\u00f6chsten Stelle des Geb\u00e4udes. \u00dcber den Schornsteineffekt entweicht ganzj\u00e4hrig warme Luft.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Die Gr\u00f6\u00dfenordnung ist erheblich: Eine Messung an einem Hamburger Klinikum ergab an einem einzigen 25-m-Schacht eine Verlustleistung von 9,77 kW \u2013 hochgerechnet \u00fcber 85.000 kWh und mehr als 17 t CO\u2082 pro Jahr. Die vollst\u00e4ndige Herleitung steht im Beitrag zum <a href=\"\/en\/waermeverlust-aufzugsschacht\/\">W\u00e4rmeverlust im Aufzugsschacht<\/a>.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Ein Geb\u00e4ude, das an dieser Stelle offen bleibt, erf\u00fcllt den Anspruch einer luftdichten H\u00fclle nur auf dem Papier. F\u00fcr die energetische Bilanz ist der Schacht damit kein Detail, sondern h\u00e4ufig der gr\u00f6\u00dfte verbliebene Einzelposten.<\/p>\n<h2 dir=\"ltr\">Der scheinbare Widerspruch ist aufgel\u00f6st<\/h2>\n<p dir=\"ltr\">Lange galt die \u00d6ffnung als unantastbar: Brandschutz geht vor, also sei der Verlust hinzunehmen. Diese Lesart ist \u00fcberholt. <strong>\u00a7 39 der Musterbauordnung wurde angepasst<\/strong>, damit an den \u00d6ffnungen zur Rauchableitung in Aufzugssch\u00e4chten auch die Dichtheitsanforderung erf\u00fcllt werden kann. Fachverb\u00e4nde \u2013 darunter der FVLR \u2013 haben erg\u00e4nzend ein Merkblatt zur Luftdichtigkeit dieser \u00d6ffnungen erarbeitet.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Damit ist gekl\u00e4rt: Rauchableitung und Luftdichtheit schlie\u00dfen sich nicht aus. Die Bauordnung erlaubt verschlie\u00dfbare Abschl\u00fcsse, sofern sie im Brandfall selbstt\u00e4tig und zus\u00e4tzlich manuell ge\u00f6ffnet werden k\u00f6nnen. Welche Regelwerke dar\u00fcber hinaus gelten, fasst der \u00dcberblick der <a href=\"\/en\/aufzug-entrauchung-vorschriften-2026\/\">Vorschriften zur Aufzug-Entrauchung<\/a> zusammen.<\/p>\n<h2 dir=\"ltr\">Was Betreiber konkret tun k\u00f6nnen<\/h2>\n<p dir=\"ltr\">Die Umsetzung erfolgt \u00fcber ein motorisch bet\u00e4tigtes <a href=\"\/en\/nrwg-aufzugsschacht-funktion-pflicht\/\">NRWG<\/a> nach DIN EN 12101-2. Das System <a href=\"\/en\/\">enev-kit<\/a> ersetzt die offene \u00d6ffnung durch ein solches Ger\u00e4t: Die <strong>Control-Einheit<\/strong> wertet CO\u2082, Temperatur und Luftfeuchtigkeit aus und \u00f6ffnet bedarfsgerecht \u2013 bei CO\u2082 \u00fcber 1.500 ppm, Temperatur \u00fcber 35 \u00b0C, definierter Luftfeuchtigkeit oder programmierter Sto\u00dfl\u00fcftung. Im Brandfall \u00f6ffnet das NRWG \u00fcber einen fail-safe-Federr\u00fccklauf, auch bei Stromausfall. Im geschlossenen Zustand ist die \u00d6ffnung dicht ausgef\u00fchrt (EN 1751 Klasse 2) \u2013 der energetisch entscheidende Punkt.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Je nach Schachth\u00f6he kommt <strong>enev-kit e1<\/strong> (bis 24 m) oder <strong>enev-kit e5<\/strong> (bis 110 m) zum Einsatz, mit m\u00f6glichen Einsparungen von bis zu 35.000 kWh und 8 t CO\u2082 bzw. bis zu 150.000 kWh und 38 t CO\u2082 pro Jahr. Die Nachr\u00fcstung dauert je nach Schacht 3 bis 8 Stunden und ist in der Regel innerhalb eines Tages abgeschlossen \u2013 ohne Eingriff in die Geb\u00e4udeh\u00fclle. Ob sich die Ma\u00dfnahme f\u00fcr Ihr Objekt rechnet, zeigt der Beitrag zur <a href=\"\/en\/amortisation-schachtentrauchung\/\">Amortisation einer Schachtentrauchung<\/a>.<\/p>\n<h2 dir=\"ltr\">Warum die Marke \u201eenev-kit&#8220; hei\u00dft<\/h2>\n<p dir=\"ltr\">Der Name erz\u00e4hlt die Geschichte des deutschen Energiesparrechts im Zeitraffer. Er leitet sich von der <strong>EnEV<\/strong> (Energieeinsparverordnung) ab, die bis 2020 galt. Danach folgte das <strong>GEG<\/strong>, das die EnEV abl\u00f6ste \u2013 und seit Juli 2026 l\u00e4uft dasselbe Regelwerk als <strong>GModG<\/strong> weiter. Der Markenname bleibt unver\u00e4ndert; das Anliegen dahinter ist \u00fcber alle drei Generationen dasselbe geblieben: vermeidbare Energieverluste im Geb\u00e4udebetrieb beenden.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Dieser Beitrag bietet eine fachliche Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung. Welche Anforderungen f\u00fcr Ihr konkretes Objekt gelten, kl\u00e4ren Sie mit der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rde und Ihrem Energieberater oder Brandschutzsachverst\u00e4ndigen.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Sie m\u00f6chten wissen, wie viel Ihr Schacht kostet \u2013 und was eine dichte Ausf\u00fchrung spart? Fordern Sie eine <strong>unverbindliche Beratung<\/strong> an oder nutzen Sie den <strong>Calculate your savings<\/strong>.<\/p>\n<h2 dir=\"ltr\">H\u00e4ufige Fragen zu GEG, GModG und Aufzugsschacht<\/h2>\n<h3 dir=\"ltr\"><strong>Gilt das GEG noch?<\/strong><\/h3>\n<p dir=\"ltr\">Inhaltlich ja, unter neuem Namen. Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Geb\u00e4udemodernisierungsgesetz (GModG). Es schafft das Geb\u00e4udeenergiegesetz nicht ab, sondern benennt es um und reformiert es umfassend.<\/p>\n<h3 dir=\"ltr\"><strong>Was hat sich mit dem GModG ge\u00e4ndert?<\/strong><\/h3>\n<p dir=\"ltr\">Entfallen sind unter anderem die Heizungstauschpflicht und die Vorgabe, dass neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Das Gesetz setzt die europ\u00e4ische Geb\u00e4uderichtlinie um und h\u00e4lt am Ziel eines klimaneutralen Geb\u00e4udebestands bis 2045 fest. Teile der Regelungen treten erst 2027, 2028 und 2030 in Kraft.<\/p>\n<h3 dir=\"ltr\"><strong>Was hat der Aufzugsschacht mit dem Energiesparrecht zu tun?<\/strong><\/h3>\n<p dir=\"ltr\">Zur Energieeffizienz geh\u00f6rt die Luftdichtheit der Geb\u00e4udeh\u00fclle. Die dauerhaft offene \u00d6ffnung am Schachtkopf ist in vielen Geb\u00e4uden das gr\u00f6\u00dfte verbliebene Leck \u2013 an einem gemessenen 25-m-Schacht entsprach das \u00fcber 85.000 kWh und mehr als 17 t CO\u2082 pro Jahr.<\/p>\n<h3 dir=\"ltr\"><strong>Darf die \u00d6ffnung im Aufzugsschacht geschlossen werden?<\/strong><\/h3>\n<p dir=\"ltr\">Ja, als verschlie\u00dfbarer Abschluss. \u00a7 39 der Musterbauordnung wurde angepasst, damit an diesen \u00d6ffnungen auch die Dichtheitsanforderung erf\u00fcllt werden kann. Voraussetzung ist, dass der Abschluss im Brandfall selbstt\u00e4tig und zus\u00e4tzlich manuell ge\u00f6ffnet werden kann \u2013 das leistet ein motorisches NRWG nach DIN EN 12101-2.<\/p>\n<h3 dir=\"ltr\"><strong>Warum hei\u00dft das Produkt enev-kit, wenn die EnEV nicht mehr gilt?<\/strong><\/h3>\n<p dir=\"ltr\">Der Markenname leitet sich von der EnEV ab, die bis 2020 galt. Ihr folgte das GEG, das seit Juli 2026 als GModG weitergef\u00fchrt wird. Der Name blieb, das Ziel ebenfalls: vermeidbare Energieverluste im Geb\u00e4udebetrieb zu beenden.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Wichtigste in K\u00fcrze Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Geb\u00e4udemodernisierungsgesetz (GModG). Es schafft das Geb\u00e4udeenergiegesetz nicht ab, sondern benennt es um und reformiert es umfassend. Entfallen sind unter anderem die Heizungstauschpflicht und die 65-Prozent-Vorgabe f\u00fcr erneuerbare Energien. Die energetischen Anforderungen an Geb\u00e4ude bleiben bestehen. 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