Das Wichtigste in Kürze
- Die Amortisation ergibt sich aus einer einfachen Rechnung: Investition geteilt durch jährliche Einsparung. Entscheidend ist, die Einsparseite realistisch zu beziffern.
- Pro Aufzugsschacht sind Betriebskosteneinsparungen von 900 bis 9.000 EUR und 3 bis 30 t CO₂ im Jahr möglich – der stärkste Einflussfaktor ist die Schachthöhe.
- Im Unterschied zu klassischen Sanierungen bleibt der Aufwand klein: Nachrüstung in 3 bis 8 Stunden pro Schacht, ohne Eingriff in die Gebäudehülle und ohne Belastung der Nutzer.
- Für eine belastbare Zahl brauchen Sie sechs Objektangaben – die Checkliste finden Sie unten.
Eine energetische Maßnahme muss sich rechnen. Bei der Schachtentrauchung ist die Ausgangslage ungewöhnlich günstig, weil ihr ein Verlust gegenübersteht, der bislang schlicht nicht bilanziert wurde: die Wärme, die dauerhaft über die offene Öffnung am Schachtkopf entweicht. Dieser Beitrag zeigt, wie die Amortisationsrechnung aufgebaut ist, welche Werte realistisch anzusetzen sind und welche Angaben Sie für Ihr Objekt brauchen.
Die Rechenlogik
Die Amortisationszeit beantwortet die Frage, nach wie vielen Jahren sich eine Investition durch die eingesparten Kosten selbst getragen hat:
Amortisationszeit = Investitionssumme ÷ jährliche Einsparung
So schlicht die Formel ist – ihre Aussagekraft steht und fällt mit der Einsparung im Nenner. Und genau die wird beim Aufzugsschacht regelmäßig unterschätzt, weil der Verlust in keiner Abrechnung als eigener Posten auftaucht. Wer die Einsparseite zu niedrig ansetzt, hält eine Maßnahme für unwirtschaftlich, die es nicht ist.
Zwei Punkte kommen hinzu, die die reine Formel nicht abbildet: Die eingesparte Energie wirkt dauerhaft weiter, auch nach dem Amortisationszeitpunkt. Und die Maßnahme verbessert die CO₂-Bilanz des Objekts – ein Wert, der in ESG-Bewertungen und bei der Finanzierung zunehmend zählt, auch wenn er in der Amortisationszeit nicht auftaucht.
Die Einsparseite realistisch beziffern
Hier helfen Praxiswerte statt Annahmen. Über verschiedene Objekte hinweg liegen die möglichen Einsparungen bei 900 bis 9.000 EUR Betriebskosten und 3 bis 30 t CO₂ pro Aufzugsschacht und Jahr. Die große Spanne ist kein Ungefähr, sondern spiegelt den dominierenden Faktor wider: die Schachthöhe.
Konkrete Referenzobjekte zeigen, wo reale Anlagen in dieser Spanne liegen:
| Objekt | mögliche Einsparung pro Jahr |
|---|---|
| Gesundheitszentrum Medicum am KBO | 72.539 kWh · 14,58 t CO₂ |
| Laborgebäude Merck KGaA | 50.000–80.000 kWh · 10–16 t CO₂ |
| St. Franziskus Hospital Münster | 30.000–80.000 kWh · 6–16 t CO₂ |
Wie belastbar diese Größenordnung ist, zeigt eine Messung an einem Hamburger Klinikum: An einem 25-m-Schacht wurden 9,77 kW Verlustleistung erfasst – hochgerechnet über 85.000 kWh und mehr als 17 t CO₂ pro Jahr. Die Herleitung dieser Zahlen ist im Beitrag zum Wärmeverlust im Aufzugsschacht Schritt für Schritt nachvollzogen.
Nach oben ist die Spanne offen: In einem dokumentierten Beispielfall mit 120 m Schachthöhe, 30 Haltestellen und drei Aufzugsanlagen waren bis zu 111 t CO₂ und bis zu 49.000 EUR Heizkosten-Einsparung pro Jahr möglich.
Warum der Aufwand hier klein bleibt
Bei der Investitionsseite unterscheidet sich die Schachtentrauchung deutlich von klassischen energetischen Maßnahmen. Eine Fassaden- oder Dachdämmung bedeutet Gerüst, Bauzeit, Planung und Belastung der Nutzer. Die Nachrüstung am Schachtkopf setzt dagegen an einem einzelnen, klar abgegrenzten Bauteil an:
- Geliefert wird ein steckbares Komplettbaukit, kein Spezialwerkzeug erforderlich.
- Die Installation dauert je nach Schacht 3 bis 8 Stunden und ist in der Regel innerhalb eines Tages abgeschlossen.
- Sie erfolgt im Neubau wie im Bestand – ohne Eingriff in die Gebäudehülle.
- Die Wartung ist gering: einmal jährlich, üblicherweise im Rahmen der ohnehin fälligen Aufzugswartung.
Dieser letzte Punkt gehört in jede seriöse Betrachtung: Wartungsaufwand ist Teil der Wirtschaftlichkeit. Weil die Wartung an die bestehende Aufzugswartung andocken kann, entstehen keine separaten Serviceeinsätze.
Welche Angaben Sie für die Rechnung brauchen
Eine belastbare Amortisationsrechnung ist kein Schätzwert, sondern das Ergebnis konkreter Objektdaten. Diese sechs Angaben genügen in der Regel:
- Schachthöhe – der stärkste Hebel für den Verlust.
- Grundfläche des Fahrschachts – bestimmt den vorgeschriebenen Öffnungsquerschnitt (mindestens 2,5 %, mindestens 0,10 m²).
- Anzahl der Haltestellen.
- Anzahl der Aufzugsanlagen im Objekt – die Einsparung skaliert pro Schacht.
- Typische Innentemperatur des beheizten Bereichs.
- Energieträger und Energiepreis – für die Umrechnung von kWh in Euro.
Aus diesen Werten ergeben sich Volumenstrom, Verlustleistung und daraus Jahresenergie, CO₂ und Kosten. Die passende Systemvariante folgt anschließend aus der Schachthöhe: enev-kit e1 bis 24 m, enev-kit e5 bis 110 m – mit möglichen Einsparungen von bis zu 35.000 kWh und 8 t CO₂ bzw. bis zu 150.000 kWh und 38 t CO₂ pro Jahr. Die Unterschiede erläutert der Vergleich enev-kit e1 vs. e5.
Vom Überschlag zur konkreten Zahl
Die Investitionssumme hängt von Schachtgröße, Variante und baulicher Situation ab und wird objektbezogen ermittelt – eine pauschale Zahl wäre an dieser Stelle unseriös. Den vollständigen Rechenweg inklusive Ihrer Einsparung deckt deshalb der Amortisationsrechner ab. Alternativ nehmen wir Ihren Schacht im Rahmen einer Bestandsanalyse auf und legen Ihnen Einsparung, Investition und Amortisationszeit als konkrete Zahlen vor.
Warum sich der Aufwand grundsätzlich lohnt und wie die Einsparung technisch entsteht, fasst der Beitrag Energie sparen im Aufzugsschacht zusammen. Die Maßnahme selbst tastet den Brandschutz nicht an: Ein motorisch betätigtes NRWG nach DIN EN 12101-2 hält die Öffnung im Normalbetrieb geschlossen und gibt sie im Brandfall zuverlässig frei.
Fordern Sie jetzt eine unverbindliche Beratung an – wir rechnen Ihren Schacht konkret durch.
Häufige Fragen zur Amortisation einer Schachtentrauchung
Wie berechnet sich die Amortisationszeit?
Indem die Investitionssumme durch die jährliche Einsparung geteilt wird. Entscheidend ist, die Einsparung realistisch anzusetzen – beim Aufzugsschacht wird sie häufig unterschätzt, weil der Wärmeverlust in keiner Abrechnung separat ausgewiesen ist.
Wie hoch ist die jährliche Einsparung?
Pro Aufzugsschacht sind 900 bis 9.000 EUR Betriebskosten und 3 bis 30 t CO₂ im Jahr möglich. Den größten Einfluss hat die Schachthöhe. Referenzobjekte liegen etwa bei 72.539 kWh und 14,58 t CO₂ (Medicum am KBO) oder 50.000 bis 80.000 kWh (Laborgebäude Merck KGaA).
Welche Angaben brauche ich für eine belastbare Rechnung?
Schachthöhe, Grundfläche des Fahrschachts, Anzahl der Haltestellen, Anzahl der Aufzugsanlagen, typische Innentemperatur sowie Energieträger und Energiepreis. Daraus lassen sich Verlustleistung, Jahresenergie, CO₂ und Kosten ableiten.
Fallen laufende Kosten an, die die Amortisation verschlechtern?
Der Wartungsaufwand ist gering: einmal jährlich, üblicherweise im Rahmen der ohnehin fälligen Aufzugswartung, sodass keine separaten Serviceeinsätze nötig sind. Das sollte in der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung berücksichtigt werden.
Warum ist die Amortisation günstiger als bei anderen Sanierungsmaßnahmen?
Weil der Aufwand klein bleibt: Die Nachrüstung erfolgt an einem einzelnen Bauteil, dauert 3 bis 8 Stunden pro Schacht und benötigt weder Gerüst noch Eingriff in die Gebäudehülle – während die eingesparte Energie dauerhaft anfällt.