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Wo sind typische Schwachstellen bei Bestandsanlagen?

Typische Schwachstellen bei Bestandsanlagen

Inhaltsverzeichnis

Wo sind typische Schwachstellen bei Bestandsanlagen zur Aufzugsschachtentrauchung?

Hand aufs Herz: Wann haben Sie als Gebäudebetreiber oder Facility Manager das letzte Mal an das Dach Ihres Aufzugsschachts gedacht? In vielen Bestandsgebäuden schlummert hier ein unsichtbarer Kostentreiber. Während Fassaden gedämmt und Fenster getauscht werden, bleibt der Aufzugsschacht oft ein energetisches „schwarzes Loch“.

In diesem Artikel analysieren wir die typischen technischen und energetischen Schwachstellen alter Rauchabzugsanlagen (NRA) und zeigen auf, warum Handlungsbedarf besteht.

Das „offene Fenster“ im Dach (Permanente Öffnung)

Die wohl häufigste Schwachstelle in Gebäuden, die vor der Einführung strenger Energieeinsparverordnungen errichtet wurden, ist die starre Lichtkuppel oder Lamelle.

Früher war es baurechtlich üblich, eine permanente Öffnung (oft 0,1 m² bis 0,5 m²) im Schachtkopf vorzusehen, um im Brandfall Rauch abzuführen und eine Grundlüftung sicherzustellen. Aus heutiger Sicht ist das fatal:

  • Das Problem: Sie heizen das Gebäude, aber im Aufzugsschacht ist quasi permanent ein Fenster geöffnet – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr.

  • Die Folge: Massive Energieverschwendung, die sich direkt in der Betriebskostenabrechnung niederschlägt.

Der Kamineffekt: Warum die Wärme wirklich verschwindet

Das physikalische Problem hinter der permanenten Öffnung ist der sogenannte Kamineffekt. Warme Luft ist leichter als kalte und steigt nach oben. In einem hohen Aufzugsschacht wirkt dies wie ein gigantischer Abzug:

  1. Die teure, aufgewärmte Luft aus den Fluren und dem Gebäudeinneren wird durch Fugen und Aufzugstüren in den Schacht gesaugt.

  2. Sie steigt ungehindert nach oben und entweicht durch die starre Öffnung ins Freie.

  3. Gleichzeitig zieht das Gebäude im Erdgeschoss kalte Außenluft nach.

Das Ergebnis: Ihre Heizanlage arbeitet permanent gegen diesen Luftstrom an. Bei einem mittelgroßen Bürogebäude können so jährlich tausende Euro sprichwörtlich „durch den Schornstein“ gehen.

Kondensat und Schimmelbildung

Eine oft unterschätzte Schwachstelle bei Bestandsanlagen ist die Bauphysik. Wenn durch die permanente Öffnung im Winter eiskalte Außenluft in den Schacht fällt und auf warme Schachtwände (die an beheizte Büros oder Wohnungen grenzen) trifft, entsteht Kondenswasser.

  • Korrosion: Die Feuchtigkeit greift die teure Aufzugstechnik, Führungsschienen und Seile an.

  • Schimmel: Feuchte Schachtwände sind der ideale Nährboden für Schimmelsporen, die sich durch die „Kolbenwirkung“ der Fahrkabine im ganzen Gebäude verteilen können. Dies ist nicht nur ein Gesundheitsrisiko, sondern auch ein Haftungsrisiko für Betreiber.

Lärm, Schmutz und ungebetene Gäste

Eine permanente Öffnung ist nicht nur ein Ausgang für Wärme, sondern auch ein Eingang für Störfaktoren:

  • Lärmbelästigung: Straßenlärm oder Fluglärm dringt ungehindert in das Gebäude ein.

  • Insekten und Kleintiere: Ohne dichte Verschlusssysteme verirren sich oft Insekten, Spinnen oder sogar Vögel in den Schachtkopf. Das erhöht den Reinigungsaufwand und kann Sensoren der Aufzugstechnik stören.

Rechtliche Unsicherheit (Bestandsschutz vs. GEG)

Viele Betreiber berufen sich auf den Bestandsschutz. Doch Vorsicht: Sobald größere Sanierungen am Gebäude vorgenommen werden, greift das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Dieses fordert eine luftdichte Gebäudehülle. Eine permanente Öffnung im Schacht steht im direkten Widerspruch zu dieser Anforderung. Zwar mag die alte Anlage noch „legal“ sein, sie ist aber weder zeitgemäß noch wirtschaftlich nachhaltig.

Die Lösung: Intelligente Systeme statt starrer Öffnungen

Die gute Nachricht für Facility Manager und Eigentümer: Um diese Schwachstellen zu beseitigen, muss nicht der gesamte Aufzug getauscht werden.

Die Lösung liegt in einem kontrollierten System zur Aufzugsschachtentrauchung, wie dem enev-kit.

Wie funktioniert die Nachrüstung?

Das Prinzip ist einfach, aber effektiv: Die permanente Öffnung wird durch eine motorbetriebene Jalousieklappe oder Lichtkuppel verschlossen.

  1. Im Normalzustand: Das System ist hermetisch geschlossen. Die Wärme bleibt im Haus, Lärm und Schmutz bleiben draußen.

  2. Im Bedarfsfall (Lüftung): Sensoren messen die Luftqualität (CO2, Temperatur). Ist Lüftung nötig, öffnet das System kurzzeitig und schließt danach wieder automatisch.

  3. Im Notfall (Brand): Ein Rauchansaugsystem oder Punktmelder detektiert Rauch und öffnet das System sofort vollständig, um den Rauchabzug zu gewährleisten.

Die Schwachstellen von Bestandsanlagen sind primär energetischer und hygienischer Natur. Was vor 20 Jahren noch Standard war, ist heute ein Kostenrisiko. Eine Nachrüstung (Retrofit) mit Systemen wie dem enev-kit e1 amortisiert sich durch die Heizkostenersparnis oft schon nach wenigen Jahren.

Möchten Sie wissen, wie viel Energie Ihr Gebäude verliert? Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Beratung oder nutzen Sie unseren Amortisationsrechner. Machen Sie Schluss mit dem offenen Loch im Dach!

de_DEDeutsch

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