Die jährliche Nebenkostenabrechnung ist oft ein Reizthema zwischen Vermietern und Mietern. Besonders die Heizkosten sorgen in Zeiten steigender Energiepreise und CO2-Abgaben für Diskussionen. Viele Eigentümer von Mehrfamilienhäusern investieren viel Geld in neue Fenster oder eine Fassadendämmung – und wundern sich, warum die Ersparnis geringer ausfällt als erhofft. Die Ursache liegt oft im Verborgenen: Ein unscheinbares Loch im Dach des Aufzugsschachts.
Warum der Aufzug in vielen Bestandsgebäuden der größte heimliche Energiefresser ist und wie Sie dieses Problem als Eigentümer oder Hausverwalter rechtssicher und wirtschaftlich lösen, erfahren Sie in diesem Artikel.
Das Erbe der Vergangenheit: Die permanente Öffnung
Um das Problem zu verstehen, müssen wir einen kurzen Blick auf das Baurecht werfen. In der Vergangenheit forderten die Landesbauordnungen (LBO) aus Brandschutzgründen eine permanente Öffnung am Kopf des Aufzugsschachts. Der Gedanke dahinter war simpel: Im Falle eines Brandes sollte der Rauch durch diese Öffnung (meist 0,1 m² bis 0,5 m² groß) ungehindert ins Freie abziehen können, damit der Schacht nicht zur tödlichen Falle wird.
Was brandschutztechnisch damals als „Stand der Technik“ galt, ist aus energetischer Sicht heute eine absolute Katastrophe.
Die Physik der Verschwendung: Der Kamineffekt
Ein Aufzugsschacht ist im Grunde eine große, vertikale Röhre, die alle beheizten Etagen Ihres Mehrfamilienhauses miteinander verbindet. Da warme Luft physikalisch bedingt leichter ist als kalte Luft, steigt sie nach oben.
Durch die permanente Öffnung im Dach entsteht der berüchtigte Kamineffekt:
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Die teuer beheizte Luft aus den Wohnungen und warmen Fluren wird durch die Spalten der Aufzugstüren in den Schacht gesaugt.
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Sie steigt rasant nach oben und entweicht durch die Öffnung im Dach ungenutzt in die Atmosphäre – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr.
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Gleichzeitig zieht das Gebäude im Erdgeschoss oder Keller eiskalte Außenluft nach.
Die Folge: Ihre Heizungsanlage muss permanent gegen diesen massiven Wärmeverlust anarbeiten.
Die spürbaren Folgen für Mieter und Gebäude
Dieser unsichtbare Luftstrom kostet nicht nur viel Geld, er bringt weitere handfeste Probleme für Ihr Mehrfamilienhaus mit sich:
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Zugluft und Kälte: Mieter im Erdgeschoss beschweren sich häufig über ein eiskaltes Foyer oder ständige Zugluft unter der Wohnungstür. Die Ursache ist meist die nachströmende Kaltluft des Kamineffekts.
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Schallübertragung: Ein offenes Loch im Dach lässt Straßenlärm, Windgeräusche oder Fluglärm ungehindert in den Schacht und damit ins Gebäude eindringen.
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Schimmelgefahr (Kondensat): Wenn im Winter eiskalte Luft in den Schacht fällt und auf die warmen Wände der angrenzenden Wohnungen trifft, kann Kondenswasser entstehen. Das fördert Korrosion an der Aufzugstechnik und erhöht das Schimmelrisiko massiv.
Die Lösung: Smarte Schachtentrauchung statt Dauerlüftung
Viele Hausverwaltungen scheuen sich, das Problem anzugehen, aus Angst, gegen Brandschutzauflagen zu verstoßen. Die gute Nachricht: Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) fordert heute ausdrücklich eine luftdichte Gebäudehülle, und moderne Technik löst den Konflikt zwischen Brandschutz und Energieeffizienz rechtssicher auf.
Die Lösung ist ein intelligentes System zur Aufzugsschachtentrauchung, wie beispielsweise das enev-kit.
Wie funktioniert das in der Praxis?
Anstelle der starren, permanenten Öffnung wird eine motorbetriebene Jalousieklappe installiert, die mit smarter Sensorik gekoppelt ist.
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Im Normalbetrieb: Die Klappe ist hermetisch geschlossen. Die Wärme bleibt im Haus, der Kamineffekt ist gestoppt, Lärm und Schmutz bleiben draußen.
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Im Brandfall: Rauchmelder im Schacht detektieren die Gefahr. Das System öffnet die Klappe sofort automatisch und zu 100 Prozent, um den gesetzlich geforderten Rauchabzug zu gewährleisten.
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Bei schlechter Luft: Erkennt das System (optional) schlechte Luftqualität, hohe Luftfeuchtigkeit oder zu hohe Temperaturen, öffnet es die Klappe kurzzeitig zur bedarfsgerechten Lüftung und schließt sie danach wieder.
Rendite und Wirtschaftlichkeit
Die Nachrüstung eines Aufzugsschachts im Bestand (Retrofit) ist im Vergleich zu einer Fassadendämmung oder einem Heizungstausch ein sogenannter „Quick Win“ – eine Maßnahme mit geringem Aufwand, aber enormer Hebelwirkung.
Durch die eingesparten Heizkosten (und die stetig steigende CO2-Steuer) amortisiert sich ein solches System in der Regel bereits nach wenigen Jahren. Zudem verbessern Sie den energetischen Fußabdruck Ihres Gebäudes, was sich positiv auf den Energieausweis auswirkt und den Wert der Immobilie langfristig sichert.
Machen Sie das „Fenster“ zu!
Sie würden in Ihrem Wohnzimmer auch nicht im tiefsten Winter das Fenster rund um die Uhr gekippt lassen und gleichzeitig die Heizung voll aufdrehen. Genau das passiert jedoch in tausenden Mehrfamilienhäusern täglich im Aufzugsschacht.
Schützen Sie Ihre Mieter vor extremen Nebenkosten und Zugluft und sichern Sie den Wert Ihrer Immobilie durch eine intelligente Nachrüstung.
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