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NRWG im Aufzugsschacht: Funktion, Pflicht und wie das Rauch- und Wärmeabzugsgerät arbeitet

NRWG im Aufzugsschacht

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein NRWG (Natürliches Rauch- und Wärmeabzugsgerät) leitet im Brandfall Rauch und Hitze über den Schachtkopf ins Freie ab – ohne Ventilator, allein über den natürlichen Auftrieb.
  • Im Aufzugsschacht übernimmt ein motorisch betätigtes NRWG die Aufgabe der vorgeschriebenen Permanentöffnung – bleibt aber im Normalbetrieb geschlossen und stoppt so den dauerhaften Wärmeverlust.
  • Rechtlich zulässig ist das, weil § 39 Abs. 3 der Musterbauordnung verschließbare Abschlüsse erlaubt, sofern sie im Brandfall selbsttätig und manuell öffnen.
  • Maßgebliche Produktnorm ist die DIN EN 12101-2. Das NRWG von enev-kit („e-flap“) ist danach zertifiziert, in über 100 Größen verfügbar und arbeitet fail-safe über einen Federrücklauf.

Wer sich mit der Entrauchung von Aufzugsschächten befasst, stößt schnell auf vier Buchstaben: NRWG. Dahinter steckt das zentrale Bauteil, das im Brandfall Rauch und Wärme aus dem Schacht ablässt – und das zugleich der Schlüssel dazu ist, die energetisch teure Permanentöffnung zu schließen, ohne den Brandschutz zu schwächen. Dieser Beitrag erklärt, was ein NRWG ist, wann es Pflicht wird, wie es funktioniert und worauf es bei der Ausführung im Aufzugsschacht ankommt.

Was ein NRWG ist

NRWG steht für Natürliches Rauch- und Wärmeabzugsgerät. „Natürlich“ bezieht sich auf das Funktionsprinzip: Das Gerät nutzt den thermischen Auftrieb heißer Brandgase, statt Rauch mechanisch abzusaugen. Öffnet das NRWG, strömen die leichteren, heißen Gase von selbst nach oben ins Freie. Es braucht dafür keinen Ventilator und keine externe Energie im Brandfall – das macht das Prinzip robust und ausfallsicher.

Ein NRWG ist ein geregeltes Bauprodukt und wird nach der DIN EN 12101-2 geprüft und zertifiziert. Diese Norm ist die maßgebliche Produktnorm für natürliche Rauch- und Wärmeabzugsgeräte und legt fest, unter welchen Bedingungen ein Gerät zuverlässig öffnet und wie viel wirksame Abzugsfläche es bereitstellt. Abzugrenzen ist das NRWG als einzelnes Gerät von der übergeordneten Rauch- und Wärmeabzugsanlage, in die es eingebunden sein kann.

Welche Aufgabe das NRWG im Aufzugsschacht hat

Jeder Aufzugsschacht wirkt im Brandfall wie ein senkrechter Kanal, in dem sich Rauch sammelt und nach oben steigt. Deshalb muss der Schacht am Schachtkopf eine Öffnung besitzen, über die Rauch und Hitze entweichen können. Klassisch ist das die dauerhaft offene Permanentöffnung im Aufzugsschacht – wirksam im Brandfall, aber im Alltag ein offenes Wärmeleck.

Hier kommt das motorisch betätigte NRWG ins Spiel. Es sitzt am Schachtkopf an der Stelle der Öffnung und übernimmt deren sicherheitstechnische Funktion, lässt sich aber steuern: Im Normalbetrieb bleibt es geschlossen, im Brand- oder Bedarfsfall öffnet es. Damit verbindet ein NRWG zwei Anforderungen, die sich sonst widersprechen – die Rauchableitung, die der Brandschutz verlangt, und die dichte Gebäudehülle, die die Energieeffizienz verlangt.

Ist ein NRWG im Aufzugsschacht Pflicht?

Vorgeschrieben ist zunächst die Rauchableitung selbst. Nach § 39 Abs. 3 der Musterbauordnung (MBO) müssen Fahrschächte lüftbar sein und eine Öffnung zur Rauchableitung mit einem freien Querschnitt von mindestens 2,5 % der Fahrschachtgrundfläche, mindestens jedoch 0,10 m² besitzen. Verbindlich sind die jeweiligen Landesbauordnungen der Bundesländer.

Ein NRWG ist dabei nicht die einzige, aber die technisch überlegene Umsetzung. Denn die Bauordnung schreibt keine dauerhaft offene Öffnung vor – sie erlaubt ausdrücklich Abschlüsse, sofern diese im Brandfall selbsttätig und zusätzlich von mindestens einer Stelle manuell geöffnet werden können. Genau diese Vorgabe erfüllt ein motorisch betätigtes NRWG: Es ist der zulässige, verschließbare Ersatz für die offene Permanentöffnung. Wer also die Öffnung schließen und Wärmeverluste vermeiden will, kommt praktisch am NRWG nicht vorbei. Eine rechtsverbindliche Bewertung für Ihr konkretes Objekt bleibt Sache der zuständigen Bauaufsicht und Ihres Brandschutzsachverständigen.

Wie ein NRWG im Aufzugsschacht funktioniert

Ein NRWG öffnet nicht wahllos, sondern gesteuert. Bei enev-kit übernimmt das die Control-Einheit, die laufend Sensorwerte auswertet – CO₂, Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Das motorisch betätigte NRWG öffnet automatisch, wenn einer der folgenden Fälle eintritt:

  • der CO₂-Wert überschreitet 1.500 ppm,
  • die Temperatur steigt über 35 °C,
  • eine definierte Luftfeuchtigkeit wird erreicht oder
  • ein frei programmiertes Intervall zur Stoßlüftung steht an.

So erfüllt das Gerät zwei Aufgaben in einem: Im Alltag sorgt es bedarfsgerecht für Be- und Entlüftung und hält den Schacht sonst geschlossen; im Ernstfall gibt es den Rauchabzug frei. Entscheidend ist die fail-safe-Auslösung: Das NRWG öffnet über einen Federrücklauf – also auch dann, wenn die Stromversorgung ausfällt. Zusätzlich kann enev-kit den Aufzug per Signal in die Evakuierungsfahrt versetzen. Der Alarmzustand wird erst durch ein bewusstes Reset wieder aufgehoben.

Worauf es bei der Ausführung ankommt

Nicht jedes NRWG passt in jeden Schacht, und nicht jede Ausführung ist gleich hochwertig. Die DIN EN 12101-2 klassifiziert Geräte unter anderem nach Zuverlässigkeit der Auslösung, Verhalten bei Schnee- und Windlast, Funktion bei niedrigen Temperaturen und aerodynamisch wirksamer Abzugsfläche. Diese Klassifizierung ist der objektive Maßstab dafür, ob ein Gerät seine Aufgabe im konkreten Einbaufall erfüllt.

Für den Einsatz im Aufzugsschacht sind darüber hinaus einige praktische Punkte wichtig, die das NRWG von enev-kit adressiert:

  • Passgenauigkeit: Das „e-flap“ ist in über 100 Größen verfügbar und lässt sich so auf nahezu jeden Schachtquerschnitt abstimmen – wahlweise vor der Öffnung oder direkt in der Laibung montiert.
  • Dichtheit: Zertifiziert nach EN 1751 Klasse 2, damit die Öffnung im geschlossenen Zustand tatsächlich dicht ist und der Wärmeverlust gestoppt wird – der ganze Sinn der Maßnahme.
  • Betriebssicherheit: fail-safe-Antrieb mit Federrücklauf und Kondensatschutz für den dauerhaften, wartungsarmen Betrieb am Schachtkopf.

Diese Kombination aus zertifizierter Sicherheit und dichter Ausführung ist es, die aus einem simplen „Loch mit Klappe“ ein System macht, das Brandschutz und Energieeinsparung zugleich liefert.

NRWG nachrüsten – mit enev-kit

Das NRWG ist Teil des Komplettsystems enev-kit zur Aufzugsschachtentrauchung mit Be- und Entlüftung. Geliefert wird ein steckbares Komplettbaukit, das ohne Spezialwerkzeug montiert wird; die Installation dauert je nach Schacht 3 bis 8 Stunden und ist in der Regel innerhalb eines Tages abgeschlossen – im Neubau wie im Bestand.

Welche Steuerungsvariante zum Einsatz kommt, hängt vor allem von der Schachthöhe ab: Die Basisvariante enev-kit e1 (bis 24 m) arbeitet mit punktförmigen Rauchmeldern, die Premiumvariante enev-kit e5 (bis 110 m) mit einem zentralen Rauchansaugsystem. Entsprechend sind je nach Ausführung bis zu 35.000 kWh und 8 t CO₂ (e1) bzw. bis zu 150.000 kWh und 38 t CO₂ (e5) pro Jahr an Einsparung möglich. Welche Variante zu Ihrem Objekt passt, zeigt der Vergleich enev-kit e1 vs. e5.

Sie möchten wissen, welches NRWG für Ihren Schacht in Frage kommt und wie viel Sie damit sparen? Lassen Sie Ihr Einsparpotenzial mit dem Amortisationsrechner ermitteln oder fordern Sie eine unverbindliche Beratung an.

Häufige Fragen zum NRWG im Aufzugsschacht

Was bedeutet NRWG?

NRWG steht für Natürliches Rauch- und Wärmeabzugsgerät. Es leitet im Brandfall Rauch und Hitze über den natürlichen Auftrieb ins Freie ab – ohne Ventilator. Maßgebliche Produktnorm ist die DIN EN 12101-2.

Ist ein NRWG im Aufzugsschacht vorgeschrieben?

Vorgeschrieben ist die Rauchableitung am Schachtkopf nach § 39 Abs. 3 MBO und den Landesbauordnungen. Ein motorisch betätigtes NRWG ist die zulässige, verschließbare Ausführung dieser Öffnung – erlaubt, weil die Bauordnung Abschlüsse zulässt, die im Brandfall selbsttätig und manuell öffnen. Es ist damit der Weg, die Rauchableitung zu erfüllen und zugleich die Öffnung zu schließen.

Wie öffnet ein NRWG bei Stromausfall?

Über einen fail-safe-Federrücklauf. Fällt die Spannung aus, öffnet das NRWG selbsttätig – die Rauchableitung bleibt also auch bei Stromausfall gewährleistet.

Worin unterscheidet sich ein NRWG von einer Permanentöffnung?

Die Permanentöffnung ist dauerhaft offen und verursacht ganzjährig Wärmeverluste. Ein motorisch betätigtes NRWG erfüllt dieselbe Sicherheitsfunktion, bleibt aber im Normalbetrieb geschlossen und öffnet nur im Brand- oder Bedarfsfall. So bleibt der Brandschutz erhalten und der Wärmeverlust wird gestoppt.

Kann ich ein NRWG im Bestand nachrüsten?

Ja. Mit enev-kit wird das NRWG als Teil eines steckbaren Komplettbaukits geliefert und je nach Schacht in 3 bis 8 Stunden montiert – ohne Spezialwerkzeug, im Neubau wie im Bestand. Das passende Gerät wird anhand von Schachtquerschnitt und -höhe ausgewählt.

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