Blog

DIN EN 12101-2 einfach erklärt: die Norm für Rauch- und Wärmeabzugsgeräte

DIN EN 12101-2 einfach erklärt

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Die DIN EN 12101-2 ist die europäische Produktnorm für Natürliche Rauch- und Wärmeabzugsgeräte (NRWG). Sie legt fest, wie diese Geräte geprüft und klassifiziert werden. Maßgeblich ist die Ausgabe 2017-08.
  • Die Norm bewertet ein NRWG über mehrere Leistungsklassen – unter anderem aerodynamisch wirksame Fläche, Zuverlässigkeit, Wärmebeständigkeit, Funktion bei Kälte sowie Wind- und Schneelast.
  • Eine zentrale Vorgabe: Ein NRWG muss seine maximale Öffnung – und damit die volle Abzugsfläche – binnen 60 Sekunden erreichen.
  • Für den Aufzugsschacht heißt das: Das Gerät muss zur konkreten Einbausituation passen. Das NRWG von enev-kit („e-flap“) ist nach DIN EN 12101-2 zertifiziert und in über 100 Größen verfügbar.

Wer ein Rauch- und Wärmeabzugsgerät für einen Aufzugsschacht auswählt, stößt unweigerlich auf die DIN EN 12101-2. Sie klingt sperrig, ist aber im Kern eine Qualitätsvorgabe: Sie stellt sicher, dass ein NRWG im Ernstfall zuverlässig öffnet und genug Rauch ableitet. Dieser Beitrag erklärt die Norm in verständlicher Sprache – was sie regelt, welche Klassen wichtig sind und was das bei der Auswahl für den Aufzugsschacht bedeutet.

Was die DIN EN 12101-2 regelt

Die DIN EN 12101-2 ist die europäische Produktnorm für Natürliche Rauch- und Wärmeabzugsgeräte. Ein NRWG im Aufzugsschacht nutzt den thermischen Auftrieb, um im Brandfall Rauch und Hitze ohne Ventilator nach außen abzuführen. Die Norm definiert, wie ein solches Gerät geprüft, bewertet und deklariert wird, damit ein Hersteller es CE-konform in Verkehr bringen darf.

Sie ist damit kein Text, den ein Betreiber selbst anwenden muss – sondern die Grundlage, auf der ein NRWG überhaupt als geprüftes Bauprodukt gilt. Aktuell maßgeblich ist die Ausgabe 2017-08. Für die Praxis ist entscheidend: Ein Gerät „nach DIN EN 12101-2″ ist nicht einfach vorhanden oder nicht – es trägt eine Reihe von Leistungsklassen, die seine Eignung für eine bestimmte Einbausituation beschreiben.

Die Leistungsklassen im Überblick

Die Norm bewertet ein NRWG anhand mehrerer Leistungsmerkmale. Vereinfacht lassen sie sich so lesen:

Merkmal Was es beschreibt
Aerodynamisch wirksame Fläche Die tatsächlich wirksame Abzugsfläche (nicht die reine geometrische Öffnung) – der Kennwert dafür, wie viel Rauch das Gerät ableitet.
Zuverlässigkeit Wie viele Öffnungszyklen das Gerät sicher absolviert – die Gewähr, dass es nach Jahren im Ernstfall noch auslöst.
Öffnen unter Last Ob das Gerät auch unter Belastung (z. B. Schnee) sicher öffnet.
Wärmebeständigkeit Funktion bei Hitzeeinwirkung, üblicherweise als Klasse B angegeben (z. B. Funktion bei erhöhter Temperatur über eine definierte Dauer).
Niedrige Umgebungstemperatur Sichere Auslösung auch bei Kälte – relevant an exponierten Standorten.
Windlast Formstabilität und Funktion unter Winddruck.
Schneelast Funktion bei Schneeauflage – wichtig bei Dachmontage.

Eine weitere, klare Vorgabe ergänzt diese Klassen: Ein NRWG muss seine maximale Öffnung binnen 60 Sekunden erreichen. So ist sichergestellt, dass die volle Abzugsfläche im Brandfall schnell zur Verfügung steht.

Der Kern zum Mitnehmen: Zwei Geräte können beide „nach DIN EN 12101-2″ zertifiziert sein und sich in ihren Klassen dennoch deutlich unterscheiden. Die Klassen – nicht das bloße Vorhandensein der Norm – entscheiden über die Eignung.

Warum die Klassen im Aufzugsschacht zählen

Für den Aufzugsschacht ist vor allem die Einbausituation entscheidend. Sitzt das NRWG auf dem Dach, spielen Schnee- und Windlast eine größere Rolle; an kalten, exponierten Standorten zählt die Funktion bei niedriger Umgebungstemperatur; und die aerodynamisch wirksame Fläche muss zur geforderten Rauchableitung des Schachts passen – also zu dem freien Querschnitt, den die Bauordnung verlangt.

Genau hier verbindet sich die Produktnorm mit dem Baurecht: Die Vorschrift, dass eine Rauchableitung nötig ist und wie groß sie mindestens sein muss, regeln § 39 der Musterbauordnung und die Landesbauordnungen – nachzulesen im Überblick der Vorschriften zur Aufzug-Entrauchung. Wie das Gerät diese Aufgabe technisch erfüllt und nachweist, regelt die DIN EN 12101-2. Ergänzend kommen für die Rauchdetektion Normen wie DIN EN 54-20 (Ansaugrauchmelder) und EN 54-7 (punktförmige Melder) sowie die VdS-Anerkennung ins Spiel.

Das NRWG von enev-kit nach DIN EN 12101-2

Das im System enev-kit verbaute NRWG – das „e-flap“ – ist nach DIN EN 12101-2 zertifiziert und zusätzlich nach EN 1751 in Dichtheitsklasse 2 eingestuft. Diese Kombination ist im Aufzugsschacht doppelt wichtig: Die DIN EN 12101-2 sichert die zuverlässige Öffnung im Brandfall, die Dichtheitsklasse sichert, dass die Öffnung im geschlossenen Zustand tatsächlich dicht ist – und so der Wärmeverlust gestoppt wird.

Damit das Gerät zu jeder Einbausituation passt, ist das e-flap in über 100 Größen verfügbar und lässt sich vor der Öffnung oder direkt in der Laibung montieren. Der Antrieb arbeitet fail-safe über einen Federrücklauf und öffnet damit auch bei Stromausfall. Je nach Schachthöhe kommt es in der Basisvariante enev-kit e1 (bis 24 m) oder der Premiumvariante enev-kit e5 (bis 110 m) zum Einsatz – mit möglichen Einsparungen von bis zu 35.000 kWh und 8 t CO₂ bzw. bis zu 150.000 kWh und 38 t CO₂ pro Jahr.

Sie sind unsicher, welche Ausführung und welche Leistungsklassen Ihr Schacht braucht? Fordern Sie eine unverbindliche Beratung an – wir wählen das passende, zertifizierte NRWG anhand Ihrer Schachtdaten aus.

Häufige Fragen zur DIN EN 12101-2

Was ist die DIN EN 12101-2?

Sie ist die europäische Produktnorm für Natürliche Rauch- und Wärmeabzugsgeräte (NRWG). Sie legt fest, wie diese Geräte geprüft und in Leistungsklassen eingestuft werden, damit sie CE-konform in Verkehr gebracht werden dürfen. Aktuell maßgeblich ist die Ausgabe 2017-08.

Welche Leistungsklassen kennt die Norm?

Bewertet werden unter anderem die aerodynamisch wirksame Fläche, die Zuverlässigkeit (Öffnungszyklen), das Öffnen unter Last, die Wärmebeständigkeit, die Funktion bei niedriger Umgebungstemperatur sowie Wind- und Schneelast. Diese Klassen beschreiben, für welche Einbausituation ein Gerät geeignet ist.

Reicht es, dass ein NRWG „nach DIN EN 12101-2″ zertifiziert ist?

Nicht ganz. Zwei zertifizierte Geräte können unterschiedliche Leistungsklassen haben. Entscheidend ist, dass die Klassen zur konkreten Einbausituation passen – etwa Schnee- und Windlast bei Dachmontage oder die Funktion bei Kälte an exponierten Standorten.

Wie schnell muss ein NRWG öffnen?

Ein NRWG muss seine maximale Öffnung und damit die volle aerodynamisch wirksame Fläche binnen 60 Sekunden erreichen, damit im Brandfall schnell genug Rauch abgeleitet wird.

Wie hängt die DIN EN 12101-2 mit der Pflicht zur Rauchableitung zusammen?

Die Pflicht selbst und der Mindestquerschnitt der Öffnung ergeben sich aus § 39 der Musterbauordnung und den Landesbauordnungen. Die DIN EN 12101-2 regelt, wie das Gerät diese Aufgabe technisch erfüllt und nachweist. Beide greifen also ineinander.

Das könnte Sie auch interessieren

de_DEDeutsch

Suchen