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Heizkosten im Mehrfamilienhaus senken: der Posten, den fast alle übersehen

Heizkosten im Mehrfamilienhaus senken

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Mehrfamilienhaus verstecken sich Heizkosten in der Gesamtabrechnung – einzelne Verlustquellen fallen deshalb kaum auf.
  • Die bekannten Hebel – Heizungseinstellung, Rohrdämmung im Keller, Gebäudehülle – wirken, kosten aber unterschiedlich viel Aufwand und Geld.
  • Hat Ihr Haus einen Aufzug, gibt es einen Posten, der in fast keinem Energiekonzept auftaucht: die dauerhaft offene Öffnung oben im Aufzugsschacht.
  • Pro Aufzugsschacht sind dadurch 900 bis 9.000 EUR Betriebskosten im Jahr vermeidbar – behoben an einem einzigen Tag, ohne Baustelle im Haus.

Wer ein Mehrfamilienhaus besitzt oder verwaltet, kennt das Muster: Die Heizkostenabrechnung kommt, die Summe ist hoch, aber woher genau die Kosten stammen, lässt sich kaum sagen. Anders als im Einfamilienhaus verteilt sich der Verbrauch auf viele Parteien, und einzelne Verlustquellen verschwinden in der Gesamtsumme. Dieser Beitrag geht die wirksamen Hebel durch – und schließt mit einem, der in Wohngebäuden mit Aufzug regelmäßig übersehen wird.

Warum Heizkosten im Mehrfamilienhaus so schwer zu fassen sind

In einem zentral beheizten Haus zahlt niemand direkt für eine einzelne Schwachstelle. Die Wärme, die irgendwo entweicht, wird über die Heizung nachgeliefert und am Jahresende auf alle umgelegt. Das führt dazu, dass Verluste, die nicht sichtbar oder spürbar sind, jahrelang unbemerkt bleiben – sie tun niemandem konkret weh, kosten aber alle gemeinsam Geld.

Genau deshalb lohnt es sich, systematisch vorzugehen: erst die Maßnahmen, die wenig kosten und schnell wirken, dann die großen Posten – und zwischendurch der Blick auf Stellen, an die niemand denkt.

Die bekannten Hebel – ehrlich eingeordnet

Heizungsanlage richtig einstellen. Häufig läuft die Heizung mit zu hohen Vorlauftemperaturen oder ungünstigen Laufzeiten. Eine Überprüfung durch den Fachbetrieb und ein hydraulischer Abgleich sorgen dafür, dass die Wärme dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Geringer Aufwand, meist der beste Einstieg.

Rohrleitungen im Keller dämmen. Ungedämmte Heizungs- und Warmwasserleitungen in unbeheizten Kellerräumen geben permanent Wärme ab. Das Dämmen ist vergleichsweise günstig und schnell erledigt.

Kellerdecke und oberste Geschossdecke. Beides lässt sich oft ohne Gerüst dämmen und gehört zu den wirtschaftlicheren Maßnahmen an der Gebäudehülle.

Fenster, Fassade, Dach. Die größten Einzelposten – aber auch die teuersten Maßnahmen, mit langer Amortisation, Planungsaufwand und Belastung der Bewohner während der Bauzeit.

Verbrauch sichtbar machen. Wo Bewohner ihren Verbrauch nachvollziehen können, sinkt er erfahrungsgemäß. Moderne Erfassung und verständliche Abrechnungen helfen dabei.

Diese Liste steht in ähnlicher Form in vielen Ratgebern. Was dort fast nie steht, betrifft ausgerechnet Häuser mit Aufzug.

Der übersehene Posten: die offene Öffnung im Aufzugsschacht

Jeder Aufzugsschacht muss oben, am sogenannten Schachtkopf, eine Öffnung ins Freie haben. Sie ist vorgeschrieben, damit im Brandfall Rauch und Hitze abziehen können – eine sinnvolle Sicherheitsvorkehrung. Das Problem: Klassisch steht diese Öffnung dauerhaft offen, also auch dann, wenn es gar nicht brennt.

Was dann passiert, kennt jeder vom Kamin. Warme Luft ist leichter als kalte und steigt nach oben. Der Aufzugsschacht zieht sich über die gesamte Höhe des Hauses – er wirkt also wie ein Schornstein: Warme Luft aus dem Treppenhaus strömt nach oben und verschwindet durch die Öffnung ins Freie. Unten zieht kalte Luft nach. Die Heizung gleicht aus. Tag und Nacht, das ganze Jahr.

Spürbar ist das als kühles, zugiges Treppenhaus. Bezahlt wird es über die Heizkosten – nur taucht dieser Posten in keiner Abrechnung mit eigenem Namen auf.

Wie groß dieser Posten ist

Diese Verluste wurden gemessen. An einem Aufzugsschacht in einem Hamburger Klinikum – 25 Meter hoch, acht Haltestellen – strömten im Mittel rund 2.968 m³ Luft pro Stunde nach draußen. Hochgerechnet auf das Jahr ergab das über 85.000 kWh Heizenergie und mehr als 17 Tonnen CO₂ – aus einem einzigen Schacht. Wie diese Zahlen zustande kommen, ist im Beitrag zum Wärmeverlust im Aufzugsschacht Schritt für Schritt nachgerechnet.

Für Wohngebäude fällt der Wert je nach Höhe des Hauses kleiner aus, bleibt aber deutlich: Über verschiedene Objekte hinweg sind 900 bis 9.000 EUR Betriebskosten und 3 bis 30 Tonnen CO₂ pro Aufzugsschacht und Jahr vermeidbar. Der wichtigste Faktor ist die Höhe des Schachts – je höher das Haus, desto stärker der Sog.

Warum dieser Hebel für Eigentümer besonders attraktiv ist

Gegenüber einer Fassaden- oder Fenstersanierung hat diese Maßnahme drei praktische Vorteile, die gerade in einer Eigentümergemeinschaft zählen:

  • Kein Baustellenbetrieb. Gearbeitet wird oben am Schacht, nicht in den Wohnungen. Die Bewohner merken davon kaum etwas.
  • An einem Tag erledigt. Die Nachrüstung dauert je nach Schacht 3 bis 8 Stunden und ist in der Regel innerhalb eines Tages abgeschlossen.
  • Ein klar abgegrenzter Beschluss. Es geht um ein einzelnes Bauteil mit nachvollziehbarer Einsparung – das lässt sich in einer WEG deutlich leichter beschließen als eine mehrjährige Sanierung.

Dazu kommt der Nebeneffekt, den alle sofort bemerken: Das Treppenhaus wird wärmer, der ständige Zug hört auf, und die Strömungsgeräusche an den Aufzugstüren verschwinden.

Wird der Brandschutz dadurch schlechter?

Nein – und das ist der entscheidende Punkt. Die Öffnung wird nicht zugemauert, sondern durch eine gesteuerte Klappe ersetzt, die sich im Bedarfsfall automatisch öffnet. Die Bauordnung erlaubt das ausdrücklich, solange die Klappe im Brandfall selbsttätig öffnet und zusätzlich von Hand geöffnet werden kann.

Genau so arbeitet enev-kit: Sensoren messen laufend Temperatur, Luftfeuchtigkeit und CO₂. Wird es zu warm, zu feucht oder die Luft zu verbraucht, öffnet die Klappe automatisch und lüftet den Schacht. Im Brandfall öffnet sie ebenfalls – selbst bei Stromausfall, weil eine Feder sie freigibt. In allen anderen Stunden bleibt sie dicht geschlossen. Genau daraus entsteht die Ersparnis.

Welche Ausführung passt, hängt von der Höhe des Schachts ab: enev-kit e1 für Schächte bis 24 Meter, enev-kit e5 bis 110 Meter. Die Unterschiede erklärt der Vergleich enev-kit e1 vs. e5.

Was Sie jetzt tun können

Der erste Schritt ist einfach: Hat Ihr Haus einen Aufzug? Dann gibt es oben am Schacht mit hoher Wahrscheinlichkeit eine dauerhaft offene Öffnung – und damit diesen Posten in Ihrer Heizkostenabrechnung.

Wie viel das in Ihrem Fall ausmacht, hängt von Höhe, Anzahl der Stockwerke und der Anzahl der Aufzüge ab. Ermitteln Sie Ihr Einsparpotenzial mit dem Amortisationsrechner oder fordern Sie eine unverbindliche Beratung an – wir schauen uns Ihren Schacht an und rechnen Ihnen die mögliche Ersparnis konkret vor.

Häufige Fragen zu Heizkosten im Mehrfamilienhaus

Womit lassen sich die Heizkosten im Mehrfamilienhaus am schnellsten senken?

Mit den Maßnahmen, die wenig kosten und sofort wirken: die Heizungsanlage fachgerecht einstellen lassen, ungedämmte Rohrleitungen im Keller dämmen und den Verbrauch für die Bewohner nachvollziehbar machen. Größere Maßnahmen an Fassade oder Fenstern wirken stärker, kosten aber deutlich mehr.

Was hat der Aufzug mit den Heizkosten zu tun?

Oben im Aufzugsschacht befindet sich eine vorgeschriebene Öffnung für den Rauchabzug, die klassisch dauerhaft offen steht. Warme Luft aus dem Treppenhaus steigt im Schacht nach oben und entweicht dort ins Freie – ganzjährig. Die Heizung gleicht diesen Verlust aus, und er landet in der Heizkostenabrechnung.

Wie viel kann man dadurch sparen?

Pro Aufzugsschacht sind 900 bis 9.000 EUR Betriebskosten und 3 bis 30 Tonnen CO₂ im Jahr vermeidbar. Entscheidend ist die Höhe des Schachts: Je höher das Gebäude, desto größer der Verlust – und damit die mögliche Ersparnis.

Darf man die Öffnung im Aufzugsschacht einfach schließen?

Dauerhaft verschließen darf man sie nicht. Erlaubt ist eine gesteuerte Klappe, die im Brandfall selbsttätig öffnet und zusätzlich von Hand geöffnet werden kann. Der Brandschutz bleibt damit vollständig erhalten.

Wie aufwendig ist der Einbau für die Bewohner?

Gering. Gearbeitet wird oben am Schacht, nicht in den Wohnungen. Die Montage dauert je nach Schacht 3 bis 8 Stunden und ist in der Regel an einem Tag abgeschlossen – ohne Gerüst und ohne Eingriff in die Gebäudehülle.

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